2.2.11. Atheismus und Agnostizismus

Inhaltsverzeichnis

2.2.11.1. Atheismus
2.2.11.2. Agnostizismus
2.2.11.3. Alternativen jenseits von Atheismus und Agnostizismus

2.2.11.1. Atheismus

Der Atheismus hat mit dem von ihm abgelehnten Gottesglauben einige Züge gemeinsam: vor allem dass er - nunmehr negativ - fixiert ist auf den Gott, auf den die Juden, Christen und Muslime positiv fixiert sind, wenn sie nämlich an den Monotheos glauben, der keine anderen Götter neben sich gelten lassen will. Und eben diesen Monotheos negiert der Atheismus ganz entschieden. Solchem Atheismus ist aber entgegen zu halten: auch wer an diesen Gott nicht glauben mag, nicht glauben kann, muss dennoch nicht darauf verzichten, religiös zu sein. Beispielsweise könnte jemand immer noch an numinose Kräfte und Geister, an das Glück und die Zukunft oder an die Liebe oder eben an andere Gottheiten glauben wollen. In unseren Himmeln haben noch viele Gottheiten Platz. Aber das mag der Atheist nicht einräumen, das ist ihm zu unübersichtlich. Der Atheismus, der solch andere Glaubensmöglichkeiten genau so streng negiert, wie dies vor ihm schon der Monotheos tat, ist offenbar weiterhin so sehr auf eben diesen Monotheos fixiert, dass er dessen Einseitigkeit, z.B. das "Erste Verbot" ("Du sollst keine anderen Götter neben mir haben") nur verschärfen konnte in das "Zweite Verbot", das genau so ansprüchlich und zugleich engherzig ist: "Du solltest überhaupt keinen Gott über Dir haben!" Das halte ich für übertrieben und tatsächlich auch für in ähnlicher Weise dogmatisch, nämlich zu sehr verbietend.