Wenn die Sektengründer und mit ihnen ihre Anhänger ihre Eigenständigkeit und eigene Auserwähltheit gegenüber dem herrschenden Glauben der Herkunftsreligion und gegenüber den konkurrierenden Sekten betonen, dann stellen sie damit eine Differenz her und konstatieren diese ausdrücklich, eine Differenz, die von all den anderen Monotheisten, die doch vorgeben, an den gleichen Gott zu glauben, schwer ertragen werden kann, und auf Dauer auch nicht vom Sektengründer und seinen Anhängern selbst. Zwar bestehen sie darauf, dass sie mit ihrem Glauben etwas Besonderes sind, aber sie können nicht akzeptieren, dass andere Monotheisten gleichermaßen behaupten, etwas Besonderes oder gar auserwählt zu sein.
Zur Bewältigung solcher Differenz können vom Sektengründer und dann später von seiner "Kirche" die folgenden Techniken eingesetzt werden:
1. Es kann versucht werden, die Differenz zu anderen Monotheismen zu verringern, etwa durch selbstlegitimierende Anknüpfung und Berufung auf Früheres, und durch Vereinnahmung aller vorherigen und konkurrierenden Glaubensrichtungen in die eigene religionsimperialistische Version des Monotheismus.
2. Es kann stattdessen oder zusätzlich versucht werden, die Differenz zu anderen Monotheismen zu vergrößern bis zum Ausschluss der zu Ungläubigen erklärten Andersgläubigen aus dem Kreis der von Gott Auserwählten. Solche Entlegitimierung der jeweils Anderen kann von jeder der um Auserwähltheit konkurrierenden Glaubensrichtungen versucht werden.
3. In beiden Fällen, 1 und 2, geschieht dies im Wesentlichen mit den Mitteln der Interpretation bzw. Uminterpretation, mit vereinseitigender und mit verschleiernder Deutung, mit Beschönigungen und Verharmlosungen, mit Übertreibungen, Unterstellungen und Fälschungen.
Die unter 1 genannte Vorgehensweise der Differenzverringerung durch Berufung auf schon anerkannte Vorgänger empfiehlt sich als einschleichendes Verfahren zur Gewinnung der ersten Anhänger und weiterhin bis zur schließlichen Machtergreifung: der Sektengründer tut gut daran, entweder an eine noch gute alte Zeit der Vergangenheit anzuknüpfen oder aber zu versprechen, dass er die schon von seinen Vorgängern angekündigte paradiesische Zukunft selber bald herbeiführen werde, sogar noch eher und leichter und besser als die anderen. In beiden Fällen beruft er sich auf einen alten und rechten Glauben zur Legitimierung seiner eigenen Auserwähltheit, und in beiden Fällen ist es gut, wenn der Sektenbegründer sich an eine Reihe berühmter Vorgänger anschließen und sich auf sie berufen kann, z.B. indem er es durch selektives Zitieren solcher Autoritäten schafft, dass diese sich in seinem Sinne und für seine neue Lehre einsetzen lassen, bis zu dem Punkt, dass er sich selber von diesen Autoritäten ankündigen und als Retter prophezeien lässt. Zur Legitimation der eigenen Rolle wird er sich auf schon anerkannte Autoritäten berufen, und noch zwingender: er behauptet einfach, er selber sei von einer solchen Autorität ausdrücklich berufen worden, z.B. von ihm getauft worden, so wie Jesus von Johannes dem Täufer. Noch wirksamer ist eine Berufung durch Gott selber, ggf. über einen Engel vermittelt, der den Sektengründer zur befreienden Tat aufgerufen habe. Wenn Gott selber der Berufende war, kann man schon von der Auserwähltheit des so Berufenen sprechen, denn Gott hätte ja gerade so gut einen anderen Menschen berufen können. Hat er aber nicht, denn nur einer ist auserwählt!
Solche Praxis des Berufungsanspruchs bis zur Behauptung der eigenen Auserwähltheit des Stifters kann später von seiner Kirche weitergeführt werden: So beziehen sich die Evangelisten und Apostel im Neuen Testament vielfach auf das schon heilige Alte Testament, dessen bedeutende Propheten dann als Ankündiger des Kommens Jesu Christi fungieren und deren Aussagen als für den neuen Glauben wegweisend interpretiert werden. Auch bei den darauf folgenden Sektenbildungen innerhalb der christlichen Kirchen blieb solche Berufungspraxis üblich: alle beriefen sich weiterhin auf ein und denselben mosaischen Gott, den Monotheos, alle bezogen sich schließlich und endlich auf das Alte Testament (die Thora der Juden) und seine Verheißungen, und in christlicher Zeit beriefen sie sich natürlich vor allem auf Jesus. So ging es in all den Glaubenskämpfen kaum einmal um etwas wirklich Neues; jeweils "neu" war nur der Anspruch, die wahre Lehre zu vertreten, und durch Berufung auf selektiv zitierte Vorgänger die eigene Auserwähltheit zu begründen.
Noch weiter gehend als die Berufung auf etwas ist dessen totale Vereinnahmung in die eigene Glaubensversion, was in dem Falle, wo auch alle früheren und anderen monotheistischen Glaubensrichtungen vereinnahmt werden, zur völligen Differenzaufhebung führen kann. So wird für die Christen das durch und durch jüdische Alte Testament zur christlichen Bibel, in der die alttestamentarischen Propheten auf die Rolle als Ankündiger des Messias Jesus Christus reduziert werden. Ähnlich verfährt Mohammed im Koran mit den Erzvätern der altjüdischen Tradition: er beruft sich auf sie, und er vereinnahmt sie für den eigenen Glauben, denn schon Abraham war ein Muslim und glaubte an Allah; Mose und Jesus waren nur muslimische Vorläufer von Mohammed. Und den Juden seiner Zeit mutete er zu, sie bräuchten doch nur an Allah zu glauben und ihm, dem Propheten Mohammed zu folgen, dann sei schon alles in Ordnung! Da fällt mir der Spruch ein: "Das Mündel will Vormund sein!" In dieser Weise kann innerhalb der Monotheismen jede Differenz geleugnet werden, zumindest wird die eigene Sichtweise zum Maßstab für alle anderen gemacht. Diese Praxis ist auch bei Karel Woytila, dem katholischen Papst Johannes Paul dem Zweiten, zu erkennen, und sie lässt sein Ökumene-Verständnis zur Karikatur werden, nämlich zu bloßen Bemäntelung des katholischen Integralismus und religiösen Hegemonie-Anspruchs. Denn dann werden die anderen Christgläubigen zu "Einigung" mit dem katholischen Glauben aufgefordert, d.h. eigentlich zur Anerkennung des Primats des Papstes, der damit seine Auserwähltheit gegenüber jeder Konkurrenz behaupten kann.
2. Eine zweite Möglichkeit zur Bewältigung und schließlich Beseitigung von schwer erträglichen Glaubensdifferenzen besteht darin, die (oft nur geringen) Differenzen zwischen dem eigenen Glauben und der Herkunftsreligion oder den konkurrierenden Bruderkirchen oder "Sekten" zu vergrößern bis deren Ausschluss mit der Behauptung, deren Anhänger seien geradezu ungläubig und gottlos. Man kann die Differenz sogar maximieren bis zur Verteufelung des Glaubens der Väter oder der Anderen: dann sind diese nicht nur keine richtigen Christen, sondern darüber hinaus Komplizen des Antichrist, Verbündete des Teufels. Die Versuchung, die Anderen in solcher Weise zu diffamieren, kommt insbesondere dann auf, wenn die anfängliche Selbstlegitimierung durch Berufung auf die Vorgänger als nicht mehr notwendig erscheint. Wenn sie nach ihrer "Machtergreifung" in weiten Bereichen der Herkunftsreligion als eigenständige Religion arriviert sind, können sich die nunmehr unbestritten Mächtigen erlauben, auf legitimierende Herleitungen aus der Mutterreligion, z.B. aus dem Judentum, zu verzichten. Das beginnt damit, dass sie sich zunächst nur in einzelnen Hinsichten von ihren Glaubensbrüdern distanzieren, und es kann so weit gehen, dass sie die eigenen Väter und den Gott, wie diese ihn verehrten, schließlich verleugnen, und dass sie ohne Berufung auf Vorgänger dann aus eigener Autorität zu sprechen vorgeben.
Man kann in dieser Weise die Differenz des eigenen Glaubens zur Herkunftsreligion maximieren durch Verteufelung der geistigen Ahnen, z.B. durch den Vorwurf gegen die Juden, sie hätten Jesus, den Gottessohn, verurteilt und gekreuzigt, und sie seien somit Gottesmörder! Auf dem altchristlichen, über fast 2000 Jahre weiter tradierten Judenhass aufbauend konnten neue Differenzen gefunden, oder genauer, erfunden werden: Die Juden seien rassisch gesehen "nur Semiten", die Christen (und schon Jesus!) seien dagegen "Arier" und Jesus daher "einer von uns"! Diese Deutung ist oft als "rassistisch" bezeichnet worden, hat aber mit einem biologischen Verständnis der Unterscheidung von Art und Rasse nichts zu tun. Der Judenhass ist vielmehr der Versuch von Christen, sich selber als Auserwählte hinzustellen und die ursprüngliche Auserwähltheit des Volkes Israel zu leugnen und schließlich im Nationalsozialismus durch die eigene Auserwähltheit (der eigenen "Rasse"!) zu ersetzen. Eine andere Möglichkeit war, die Juden als dekadent ("verrasst") zu diffamieren, woran sich weitere Diffamierungen (auch durch den Stalinismus) anschlossen: dann wurden Juden zu "Zionisten", zu "us-amerikanischen Monopolkapitalisten", in arabischer Sicht zu "westlichen Imperialisten" etc. etc. So war es möglich, dass ausgerechnet diejenigen, die ihrem alten Glauben treu geblieben waren, von den später davon abgespaltenen Sekten zu den in allen möglichen Hinsichten "Anderen" und schließlich zu Glaubensfeinden gemacht wurden. Dass Sektentöchter ihre Glaubensväter verleugnen, ist somit keine Besonderheit der Entstehung des Christentums und des Islam, sondern praktisch die Regel bis heute, und noch Martin Luther machte den Papst, dem er zunächst noch treu ergeben war, später zum Antichrist und damit zum Teufel.
Die Identitätsstärkung durch die Abwehr alles Anderen, Fremden und schließlich Feindlichen, die ja mit dem Ersten Verbot angefangen hatte, neben Jahwe keine anderen Götter haben zu dürfen, hat den negativen Nebeneffekt auf die "Rechtgläubigen", dass diese sich zunehmend einengen und auf das Eigene einschränken, unter Ausschluss anderer, auch positiver Alternativen. Diese Selbsteinschränkung der monotheistischen Religionen und Sekten lässt ihre Anhänger als borniert erscheinen, was nicht mit Dummheit verwechselt werden sollte, weil in manchen Fällen solcher Selbsteinschränkung eine hohe Intelligenz eingesetzt werden muss, um die eigene Besonderheit und gar Auserwähltheit gegen die "Versuchungen" der anderen Denk- und Glaubensmöglichkeiten kognitiv abzuschirmen.
3. In beiden Fällen der Differenzbewältigung, im Verringern und im Vergrößern der Differenz, wird versucht, mal die Unterschiede und mal auch die Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Monotheismen bzw. "Kirchen" oder "Sekten" durch Uminterpretation zu verschleiern, und zwar durch aktive Nutzung des Interpretationsmonopols einer Priesterkaste. Diese allein ist dann berechtigt, die nur den Auserwählten offenbarte Wahrheit zu bewahren und selektiv weiterzugeben. Verschleiert wird dann vor allem die (gemeinsame) Herkunft und die von daher begründete enge Verwandtschaft der verschiedenen Glaubensrichtungen. Das steht anscheinend im Widerspruch zur Praxis des Sich-Berufens auf Ahnen, aber es ist nur logisch ein Gegensatz. Denn in der Sache passt beides gut zusammen: zur Begründung der eigenen Auserwähltheit ist es nützlich, sowohl das Erstgeburtsrecht zu verteidigen, nämlich den Anspruch, Erbe des Religionsstifters und schließlich Auserwählter Gottes zu sein, als auch die Verwandtschaft mit anderen Anspruchsberechtigten zu leugnen, um so vor allem deren Anspruch auf die Auserwähltheit zurückweisen zu können. Solche Entlegitimierungen (mit einem Absprechen der Erb-Berechtigung der Konkurrenz) sind im Alten Testament häufig: dann werden Genealogien so konstruiert, dass die Gegner zur illegalen Frucht von Seitensprüngen mit ungläubigen Kebsweibern erklärt werden, oder zu Folgen von Unrechts- oder Unzuchtshandlungen bestimmter Ahnen, die ihren Konkurrenten ermordet oder das Gemächt des in seiner Besoffenheit entblößt daliegenden Stammesvaters betrachtet hatten, woraufhin dann die Nachkommen des "Täters" weiterhin in einer Art Sippenhaft dessen "Kainsmal" weiter tragen müssen und solchen Makel nicht mehr los werden können. So können allgemeiner gesagt Genealogien und Herkunftssagen, also Interpretationen, dazu dienen, eigene Rechte zu festigen und die Ansprüche anderer Konkurrenten als unbegründet hinzustellen und damit abzuweisen. Solcherart herrschaftsapologetische Hermeneutik hat eine alte Tradition und wird immer neu praktiziert, und insbesondere die katholische Kirche, genauer die Päpste und die Kurie haben es darin zur Meisterschaft gebracht.
Sie setzen dafür probate Mittel ein: Wenn beispielsweise die alten Texte nicht in die Eigensprache der Gläubigen übersetzt werden dürfen, sondern den religiösen Riten eingeweihter Priester vorbehalten bleiben, deren Murmeln und Singen von Litaneien kein Laie verstehen konnte, dann konnte der Wortsinn der alten Glaubensinhalte für diese einfachen Leute zum Verschwinden gebracht werden. Er konnte auch ganz beliebig uminterpretiert werden, weil der schriftkundige Priester in seiner Auslegung ("Predigt") in Vollmacht handelte und von Laien nicht kritisiert werden durfte, eben auch nicht unter Verweis auf einen fremdsprachigen, für Laien völlig unverständlichen Text. Der fremdsprachig fundierte Gottesdienst immunisierte das darin so oder anders Behauptete gegen jede Kritik. Die gläubigen Laien waren schon stolz, wenn sie ein paar kurze fremdsprachige Responsorien schafften, auch wenn sie deren Inhalt kaum verstanden und in der Art von "Küchenlatein" manchmal verstellten (z.B. "dominus wo bist du?"). Die Kombination von lateinischen Formeln mit griechischen Einsprengseln ("Kyrie eleison!") erhielt im katholischen Ritus einen eher ästhetischen Wert durch den wohllautenden Klang der im Gebet wiederholten sinnlosen Silben aus fremden Sprachen. In ähnlicher Weise für die Laien entmündigend ist es, wenn der in arabischer Sprache verfasste und mit arabischen Schriftzeichen geschriebene Koran nicht in die Landessprachen der islamisch missionierten Völker übersetzt werden durfte, daher unverstanden in Ausschnitten auswendig gelernt werden musste und nur noch formelhaft gebraucht wurde bis zum offensichtlichen Missverstehen des ursprünglichen Textes. In den protestantischen Kirchen gibt es vergleichbare Tendenzen, das altertümliche Lutherdeutsch einer moderneren (korrekteren!) Übersetzung vorzuziehen, weil das Beibehalten einer Altform der eigenen Sprache so schön heilig und besonders fromm klingt und zugleich in einer mystischen Weise schwer verständlich und vieldeutig ist, so dass das Lutherdeutsch sich besonders gut als Thema für das Wort zum Sonntag und für den Kirchentag eignet, z.B. "Du stellst meine Füße auf weiten Raum". Ist doch klar, nicht?
Aber auch durch die Übersetzung ursprünglich hebräischer bzw. aramäischer Texte des Alten Testaments in eine nicht-jüdische Eigensprache der Missionierten, zuerst ins Griechische (Septuaginta) und dann ins Lateinische (Vulgata) - was eigentlich eine gute Sache war - ergaben sich Möglichkeiten einer "interessengeleiteten" Sinngebung und selektiven Verwendung einzelner Texte, während das Übrige ungelesen blieb. So konnte der zunächst noch eindeutig jüdische Charakter der Aussagen und Geschichten des Alten Testaments und der darin handelnden Personen immer mehr verschleiert werden. Aus Jeschua, dem Sohn der Mirjam und des Josef wurde dann schließlich ein Jesus, Sohn der Maria (und Gottes), und das klang so, als wären da ein paar Römer auf ihrer Flucht nach Bethlehem gekommen. Aus dem jüdischen Messias (korrekt übersetzt: "der Gesalbte") wurde so ein griechischer Christos und schließlich ein latinisierter Christus, und dieser wurde dann in der Kombination "Jesus Christus" als feste Formel verwendet, so als hieße da ein gewisser Jesus mit Nachnamen Christus (der Sohn von Josef Christus und von Maria Christus, geb. Levi), und als sei er der erste "Christ" überhaupt gewesen. Im Wort "christlich" (bis zu den Wort-Ungetümen "christlich-demokratische" oder "christlich-soziale Union") ist der Gesalbte des Herrn vollends verschwunden, außer man meint mit dem Wort "christlich" vielleicht "salbungsvoll" oder "pomadig", was aber nur für die wohltönend-sinnarme Redeweise einzelner christlicher Prediger und Sonntagsredner zutrifft! Wer weiß denn noch, dass "Pharisäer" und "Schriftgelehrte" mal Ehrentitel waren, bevor sie zu Schimpfwörtern wurden, oder dass das "Kamel", das nicht durchs Nadelöhr ging, ursprünglich ein Schiffstau war, das zu dick für die Öse war, durch die es hindurch geführt werden sollte! Die Außerkraftsetzung des Sinngehalts der altsprachlichen Texte durch parteiliche Neuübersetzung und interessengeleitete Auswahl erlaubte die fast beliebige Neuinterpretation der ursprünglich in ihnen formulierten Aussagen.
Die Gräzisierung, Latinisierung und später Germanisierung und eindeutschende Ersetzung jüdischer Namen und religiöser Begriffe (Jahwe - Gott, Messias - Christus, Pessach - Ostern, Berith -Testament, Thora - Bibel, Jeschua - Jesus, u.v.a.) hat die jüdische Sekte der Jesuaner nur oberflächlich mit einer als nichtjüdisch erscheinenden Tünche versehen. Wenn die jüdische Herkunft und Natur dieser Sekte nicht verteufelt werden konnte, so wurde sie wenigstens schlicht ignoriert oder bewusst verleugnet, und sie ist dann schließlich irgendwann von der Mehrzahl der Christen vergessen worden. Sogar die jüdische Herkunft des Jesus selber konnte weginterpretiert werden. Wir sollten sie aber nicht vergessen, sollten sogar daran erinnern, vor allem nach dem Holocaust der oberflächlich "nazifizierten" Christen an den Juden. Denn im Kontrast zum christlichen Antisemitismus ist eigentlich jeder Jude für jeden Christen ein Bruder im Geiste, religiös ganz nah verwandt, wie die Kinder mit ihrer Mutter, und mit dem gleichen Vater im Himmel - dem ich im übrigen kritisch gegenüberstehe, ohne seine Fehler (z.B. das Erste Verbot) seinen untereinander zerstrittenen Söhnen noch weiter nachtragen zu wollen. Denn was können schon die Söhne für ihre Väter, sie haben sich ihre Väter nicht aussuchen können!
Zu ergänzen ist noch, dass die Tochterkirche ihre Mutterkirche und deren ggf. weit zurückreichende Geschichte auch zum Verschwinden bringen kann durch einen neuen Kalender, der mit der Geburt oder der Offenbarung des eigenen Stifters beginnt. Mit dem Bezug auf Christi Geburt verschwinden gleich 3.761 Jahre! Der islamische Kalender beginnt die Jahreszählung dementsprechend mit der Auswanderung des Mohammed von Mekka nach Medina am 15./16. 7. 622 n. Chr.! Ein weiterer neuer Kalenderanfang war mit der französischen Revolution verbunden, und der letzte Versuch, mit Adolf Hitler eine neue Jahreszählung anfangen zu lassen, ist uns, den Göttern sei Dank, erspart geblieben!